Treibholz

Die Geschichte des Fährmanns, Josef Mischitz, ist eine einfache Geschichte.

Aber in der Zeit in der wir leben, sollte man vielleicht doch auch wieder einfache Geschichten erzählen, weil sie an Dinge rühren die in Bewegung geraten sind um unser Dasein zu verändern.
Lorenz Mack, als Sohn eines Büchsenmachers 1917 geboren, war zunächst Lehrer, dann freier Schriftsteller und Publizist, Kulturorganisator und lange Jahre  Kulturamtsleiter und Bibliothekar in St. Veit/Glan.  Er gründete das Diskussionsforum „podium“, stand als erster Präsident dem Kärntner Schriftstellerverband vor und war Mitglied des österreichischen PEN-Clubs.
Sein 1978 geschriebener Roman „Treibholz“ erzählt am Beispiel des Fährmannes  Josef Mischitz von den gewaltigen Veränderungen, die zur Zeit des Wirtschaftsaufschwunges, konkret in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, Landschaften und Menschen zwangen, sich an die sogenannte neue Zeit anzupassen.
Auslöser für das unumkehrbare Schicksal des Josef Mischitz war der – tatsächlich 1971 begonnene – Bau des Flusskraftwerkes Ferlach-Reßnig und der damit verbundene Bau einer neuen, vierspurigen Brücke über die Drau.
Damit wurde dem Fährmann nicht nur die spärliche Lebensgrundlage entzogen, sondern er musste auch miterleben, wie ihm seine alte, gewohnte Welt,  seine Bäume, seine Auen, seine Familie und seine wenigen Freunde verloren gingen. Bis er zur Einsicht kam, dass auch er in dieser Welt nicht mehr gebraucht wurde.
foto © dominik achatz